Artikel erschienen am 14.05.2013
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Lieber sicher als reich

Warum private Sicherheitsberatung?

Von Dipl.-Verww. (FH) Helmut Marhauer, Polizeidirektor a. D., Hildesheim

Das Thema „Sicherheit“ bereitet sowohl Bürgern als auch Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Verwaltung zunehmend Probleme, nachzulesen u. a. in einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (FAZ v. 18.09.2011), der zufolge fast 60 % der Deutschen ihr Leben lieber sicherer planen, als in größerem Wohlstand leben zu wollen.

Welche Risiken werden befürchtet?

Sicher leben hat viele Facetten. Im Kern geht es darum, vor ungerechtfertigten Eingriffen in die persönliche Integrität, das Eigentum, das private und berufliche/unternehmerische Handeln gefeit zu sein.

Bedrohungspotenziale werden nicht nur darin gesehen, Opfer von Straftaten wie Raub, Einbruchsdiebstahl, Betrug und Unterschlagung werden zu können. Große Sorge besteht vor Gefahren aus dem Netz: Datendiebstahl oder -missbrauch, Computerviren usw.

Unternehmen unterschätzen oft, Opfer von Kriminalität werden zu können. So zeigt die Studie „Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2012/2013“ der KPMG, dass jeder vierte Mittelstandsbetrieb in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität wurde, Großkonzerne noch häufiger. Insgesamt werden laut KPMG jährlich mehr als 600 000 Vergehen in deutschen Firmen aufgedeckt. Knapp die Hälfte der Täter sind Firmenmitarbeiter.

Sicherheitsgewährleistung als Staatsaufgabe

Für die Sicherheit und die Strafverfolgung sind in unserer Gesellschaft Polizei und Justiz zuständig. Sie schreiten aber erst ein, wenn eine konkrete Gefahr erkennbar ist bzw. zumindest der Verdacht einer Straftat besteht. Da­rüber hinaus ist die Polizei präventiv tätig und berät in der Kriminalitätsvorbeugung. Weitere staatliche Stellen sowie private Organisationen und Initiativen entwickeln ebenfalls Präventionsprogramme, vornehmlich zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und Sucht.

Mittlerweile werden staatlicherseits aber auch Kooperationsvereinbarungen zwischen Polizei, Sicherheitsverbänden und Sicherheitsdienstleistern auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene abgeschlossen, nachdem die Konferenz der Innenminister/-senatoren die Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsdienstleistern 2008/2009 in die Fortschreibung ihres Sicherheitsprogramms eingebracht hat. Private Sicherheitsberatung ist somit notwendige Ergänzung der staatlichen Sicherheitsvorsorge.

Eigeninitiative ist notwendig

Sicherheitsgewährleistung durch den Staat allein ist nicht möglich. Für den vorbeugenden Schutz von Personen, Wertsachen, Gebäuden, Unternehmen sind die Verantwortlichen aufgefordert, eigene Vorsorge zu leisten – im privaten Bereich, zunehmend aber auch in Wirtschaftsunternehmen. Einige Unternehmen unterhalten bereits eine eigene Betriebssicherheit oder verpflichten Sicherheitsdienstleister, die sowohl beratende als auch operative Aufgaben durchführen.

Vielfach wird das aber noch nicht oder nicht im notwendigen Umfang getan. Eine große Zahl von Unternehmen schützt sich der vorgenannten Studie zufolge nur unzureichend. So gibt es oft kaum Sicherheitstechnik, wenig Mitarbeiterschulung, keine Frühwarnsysteme. Reagiert wird erst, wenn der Schadensfall bereits eingetreten ist.

Die Gründe reichen von Kostenvermeidung über nicht ausreichend vorhandenes Bewusstsein für Gefährdungen bis hin zu fehlenden Kenntnissen über die Mittel und Möglichkeiten der eigenen Sicherheitsvorsorge. Das kann existenzgefährdend für den Betrieb sein, deshalb muss rechtzeitig gehandelt werden.

Unterstützung durch Sicherheitsberatung

Optimaler Schutz erfordert fachkundige Beratung und Planung. Professionelle Sicherheitsberater kennen die Gefährdungspotenziale. Sie erstellen individuelle Sicherheitsanalysen sowie darauf angepasste Maßnahmenkonzepte, die zum jeweiligen Betrieb passen. Auf diese Weise ist man vor eigenen Fehleinschätzungen, vor qualitativ nicht ausreichenden sowie auch vor überzogenen Investitionen in die Sicherheit geschützt. Bei der Auswahl eines Sicherheitsberaters kann es von Vorteil sein, den in der Nähe befindlichen Kleinunternehmer heranzuziehen. Er garantiert in aller Regel Direktkontakt, Individualisierung, Schnelligkeit und Flexibilität. Oftmals kennt man sich, das fördert zusätzlich Vertrauenswürdigkeit.

Hinweis

Hinweise auf Unternehmen der Sicherheitsberatung findet man in den örtlichen Branchenverzeichnissen sowie (mit orts- bzw. gebietsbezogener Recherche) im Internet.

Foto: panthermedia/6163

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