Artikel erschienen am 16.05.2014
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Nachgefragt bei José de San José González

Von José de San José González, Mannheim

José de San José González ist Zahntechnikermeister und leitet seit 1999 sein eigenes zahntechnisches Labor in Weinheim. Mit insgesamt 16 Angestellten hat er viele tausend implantologische Versorgungen zahntechnisch begleitet.

Viele Entscheidungen bezüglich der Implantate müssen Zahnarzt und Zahntechniker aus medizinischen oder technischen Gründen fällen. An welcher Stelle fließen Wünsche der Patienten ein?

José de San José González: Die Wünsche des Patienten sind das Wichtigste! Wir müssen den prothetischen Vorstellungen der Patienten in Bezug auf Ästhetik, Farbe und Material möglichst nahe kommen – schließlich tragen sie den Zahnersatz das ganze Leben und müssen damit zufrieden sein. Für Entscheidungen brauchen Patienten aber Informationen – zum Beispiel, ob die wirtschaftlichste Lösung auch die mit der höchsten Ästhetik und der besten Langzeitprognose ist. Gibt es Studien zu den Implantaten, gibt es die Sicherheit, dass man in 10 oder 15 Jahren noch Ersatzteile bekommt? Da sind die Zahnärzte in der Pflicht, aufzuklären.

Besonders im Frontzahnbereich sind gute ästhetische Lösungen gefragt. Gibt es hier besondere Konzepte und Materialien?
González: Auf jeden Fall. Es gibt Materialien und Produkte, die in diesem sensiblen Bereich besonders ästhetische Lösungen bieten, zum Beispiel durch eine hervorragende Zahnfleischadaption. Natürlich schaut der Patient zunächst auf die Krone, ob die natürlich und schön aussieht. Doch der langfristige Erfolg wird vom „Unterbau“ bestimmt, also von Implantat und Aufbau. Farblich muss sich die gesamte Versorgung, insbesondere der Aufbau, an den Restzahnbestand anpassen. Dafür gibt es zum Beispiel bei den patientenindividuellen Atlantis-Aufbauten einen goldfarben beschichteten Titanaufbau oder Aufbauten aus Zirkondioxid, die entsprechend eingefärbt sind.

 

Zahntechnikermeister José de San José González als Referent auf dem 1. DENTSPLY Implants Kongress Deutschland (DIKON) 2013. Hier treffen einmal im Jahr Implantologen aus ganz Deutschland zusammen, um sich über wissenschaftliche und technologische Neuigkeiten auszutauschen.

Sie empfehlen den Einsatz von CAD/CAM-Abutments. Was spricht für diese Aufbauten?
González: Ganz einfach: Diese Aufbauten werden individuell für Patient oder Patientin hergestellt. Damit ermöglichen sie Ergebnisse, die ein vorfa-briziertes Abutment kaum erreichen kann. Dazu gehören die Ausformung der Papillen und die optimale Abstützung der späteren Krone, auch wenn diese zum Beispiel einen breiten Zahn ersetzen soll. Man muss sich klar sein, dass eine implantologische Versorgung ein aufwendiges Verfahren ist. Es macht keinen Sinn, dann ein suboptimales Abutment ‚von der Stange‘ zu wählen.

Heute haben Implantate eine ganz andere Langzeitprognose als noch vor zehn Jahren. Welche Entwicklung oder technische Neuerung hat aus Sicht der Dentallabore dazu geführt?
González: Das hat verschiedene Gründe: Zum einen sind die chirurgischen Verfahren sicherer geworden, zum anderen gibt es bei der neuen Implantatgeneration durch die Entwicklung der modifizierten Oberflächen kaum noch Ausfälle. Aus Sicht des Zahntechnikers sehe ich hauptsächlich die Verbesserungen bei der Implantat-Aufbau-Verbindung als entscheidende Entwicklung hin zum funktionalen und ästhetischen Langzeiterfolg. Früher waren Lockerungen dieser Verbindung nicht ausgeschlossen, deren mögliche Folge eine Entzündung der Schleimhaut ist, die wiederum zu einem Knochenabbau führen kann. Eine weitere positive Entwicklung in unserer Arbeit ist das stetige Minimieren von Übertragungsfehlern bei der Arbeit mit den Modellen.

Herr González, vielen Dank für das Gespräch.

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