Artikel erschienen am 23.09.2016
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Propriorezeption – Schmerz ade!

Mit Therapiesohlen Fehlhaltungen und Schmerzen entgegenwirken

Von Björn Wischnat, Braunschweig

Was sich zunächst wie Zauberei oder Esoterik anhört, ist bei näherer Betrachtung plausibel. Sehr viele Beschwerden manifestieren sich beim Menschen über die Jahre aufgrund von Fehlhaltungen und zu wenig Bewegung. So klagen rund 70 % der Bürger in Deutschland über Rückenschmerzen. Weitere Symptome sind Fußschmerzen oder Verspannungsschmerzen von Kopf bis Fuß. Andere klagen über Schmerzen durch komplexe Skoliosen der Wirbelsäule oder Abnutzungserscheinungen der Gelenke.

Sehr häufig liegt die Ursache dieser Art von Schmerzen in muskulär bedingten Veränderungen der Körperstatik. Sie werden durch die Lebensumstände und Belastungen des Alltags hervorgerufen, denen wir Menschen in der heutigen Zeit ausgesetzt sind. Langes Sitzen vor dem Computer, Telefondienste und Bewegungsmangel können die Haltemuskulatur schwächen und führen dann zu Fehlhaltungen.

Wer bereits manifestierte Fehlhaltungen hat, kann mit Bewegung und Sport in der Freizeit nicht mehr viel erreichen. Der Körper ist ohne Unterstützung nicht mehr in der Lage, die Haltemuskulatur effektiv anzusteuern und wieder aufzubauen.

Alltagspositionen können zu Fehlhaltungen führen.

Selbst mit Krafttraining ist es schwierig, die Haltemuskulatur wieder aufzubauen und zu stabilisieren. Wesentlich effektiver ist es, die Haltemuskulatur über das Reflexsystem der Propriozeption zu beeinflussen.

Therapiesohlen können oft helfen

Mit Therapiesohlen kann das Reflexsystem bei unterschiedlichsten Indikationen über die Propriorezeption beeinflusst werden bei:

  • funktioneller Beinlängendifferenz und/oder Beckentorsion und Beckenrotation
  • rezidivierenden oder habituellen ISK-Blockaden
  • Skoliosen und skoliotischen Fehlhaltungen
  • Hyperlordosen oder Hyperkyphosen der Wirbelsäule
  • Verspannungen der Nacken- und Rückenmuskulatur
  • verspannungsbedingten Kopfschmerzen
  • Fehlhaltungen und unphysiologischen Bewegungsmustern
  • auffälligen Bewegungseinschränkungen
  • bei Kindern: motorische Auffälligkeiten in der Haltung und den Bewegungen
  • Knick-Senkfuß
  • Varus- oder Valgusstellung der Beine.

Die propriorezeptive Therapiesohle ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ein besonders geeignetes Hilfsmittel. Positive Veränderungen treten zügig ein und so können sich die neuen Halte- und Bewegungsmuster schnell im Gehirn manifestieren. Mit den propriorezeptiven Therapiesohlen wird zudem ausschließlich das körpereigene Reflexsystem aktiviert und sensibilisiert. Bei der Vermessung der Sohlen geht man schrittweise heran. Als Erstes wird die Körperstatik analysiert, um die Gründe für die Schmerzen und die Fehlhaltung herauszufinden. Erst im Anschluss kann nun der Körper mit den propriozeptiven Eigenreflexen individuell korrigiert werden.

Rot: Häufig führen Fehlhaltungen bei Menschen, die viel stehen müssen, zu Schmerzen in Rücken und Knien. Gelb: Propriorezeptive Therapiesohlen richten den Menschen wieder auf und die Schmerzen vergehen.

Eine Palpation findet in folgenden Schritten statt: Eingangsgespräch, Sicht- und Haltungsbefund, Statikanalyse und 3-D-/4-D-Vermessung der Wirbelsäule, Prüfen auf Schulter- und Beckenverdrehungen, Abtasten der Muskulatur auf Verspannungen, Überprüfen auf Verspannungen durch eine Bein- und Fußstellung, Korrektur der Körperstatik über propriozeptive Regelmechanismen, individuelle Anfertigung der Sohlen und eine spätere Kontrolluntersuchung.

Die propriorezeptive Therapiesohle wird individuell angepasst.

Propriorezeptive Therapiesohlen sind gleichwohl nicht bei allen Beschwerden und Krankheitsbildern angezeigt. Wichtig ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Arzt, Therapeut und Patient. In seltenen Fällen und bei schlechter Anpassung der Sohlen kann es sonst zu Nebenwirkungen oder Verschlechterungen der funktionellen Statik kommen. Namhafte Mediziner wie Prof. Dr. René-Jaques Bourdiol und Dr. Guiseppe Bortolin haben enge Zusammenhänge zwischen der Fußstatik und der gesamten Körperhaltung festgestellt. Der ausgelöste Reflex ähnelt dem Kniesehnenreflex. Er verläuft sehr schnell und wirkt dauerhaft.

Die Wirkung

Folgende Wirkungen können auf deise Weise erzielt werden:

  • spürbare Linderung von allgemeinen Verspannungsschmerzen
  • deutliche Verbesserung bei Rückenschmerzen
  • Fehlhaltungen werden korrigiert
  • wirkungsvolle Vorbeugung vor chronischen Haltungsschäden

Bilder: Vabene, Sanitätshaus C.W. Hoffmeister

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