Artikel erschienen am 02.07.2016
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Warum Gehörschutz?

Lärm kann schon nach kurzer Zeit das Gehör schädigen

Von Christian Pogan, Braunschweig

Das menschliche Gehör ist ein sehr sensibles und empfindliches Sinnesorgan. Ein störender und schädigender Faktor ist der Lärm. Wie störend er sein kann, hängt von der Lautstärke und der eigenen Psyche ab. Manch einen reizt schon das Ticken einer Uhr. Andere reagieren erst bei lang anhaltendem Baulärm vor der eigenen Wohnung gestresst. Nachweislich kann in Abhängigkeit von der Intensität, der Frequenz und der Zeitdauer des Lärms schon nach kurzer Zeit eine Schädigung des Gehörs entstehen.

Wie das Hören funktioniert

Die Ohrmuschel fängt den Schall auf, leitet ihn durch den Gehörgang zum Trommelfell, das je nach Schalldruck zum Schwingen gebracht wird. Diese Schwingungen werden durch die im Mittelohr befindlichen Gehörknöchelchen verstärkt und zum Innenohr weitergeleitet. Im Innenohr befinden sich höchst empfindliche, ultrafeine Sinneszellen – die sog. Haarzellen. Diese wandeln den ursprünglich mechanischen Schall in elektrischen Schall um und leiten ihn als Nervenimpuls an das Gehirn weiter. Aus Signalen werden Informationen.

1. Gehörgang | 2. Trommelfell | 3. Gehörknöchelchen | 4. Gleichgewichtsorgan
5. Gehörschnecke | 6. Basilarmembran mit Haarzellen | 7. Hörnerv

Zu hohe Lautstärke führt zu Überbelastung und Zerstörung der Haarzellen. Sind diese geschädigt, sterben sie unwiederbringlich ab. Es entsteht eine Schwerhörigkeit.

Insgesamt ist eine Zunahme des Lärms in unserer Umwelt – am Arbeitsplatz, im Straßenverkehr und im Freizeitbereich – festzustellen. Unser Gehör ist immer aktiv und somit jeglichem Lärm ausgeliefert. Da dieser ständig zunimmt, spricht man bereits von einer akustischen Umweltverschmutzung. Einfaches Unwohlsein oder ständig wiederkehrende Kopfschmerzen bis hin zu Schlafstörungen, Bluthochdruck und einer verminderten Leistungsfähigkeit können die Folge einer hohen oder ständigen Lärmbelastung sein.

Dabei wird Lärm oft unterschätzt und einfach akzeptiert. Es fehlt das Bewusstsein, sich selbst und seine Ohren zu schützen. Wer Aussagen trifft wie „Daran habe ich mich schon gewöhnt ...“, der sollte sich auch gleich auf die Worte „Wie bitte?“ oder „Ich habe Sie nicht verstanden!“ einstellen. An Lärm kann man sich nicht gewöhnen, denn eine scheinbare Lärmgewöhnung deutet bereits auf eine Schädigung des Gehörs hin.

Schützen Sie Ihr Gehör

Anders als beim Auge, das durch das Augenlid geschützt ist, kann sich das Gehör nicht selbst schützen.

Hierfür stehen unterschiedliche und spezielle Schutzmöglichkeiten aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Formen zur Verfügung. Auf der Suche nach dem passenden Gehörschutz kommt es vor allem auf den Einsatzzweck an.

Im Allgemeinen gilt, wer sich einer permanent hohen Lärmbelastung aussetzt, sollte sein Gehör schützen. Im Berufsleben gelten hierzu entsprechende Arbeitssicherheitsverordnungen.

Heim- und Handwerker bspw. sind besonders hohen Tönen ausgesetzt, wenn sie mit elektrischen Geräten arbeiten. Sie brauchen daher einen Lärmschutz mit einer starken Dämmwirkung bei hohen Frequenzen. In der Musik gesellen sich zu den hohen auch die tiefen Frequenzen. Generell empfiehlt sich für Musiker daher eine gleichmäßige Schalldämmung.

Der Straßenverkehr, die größte alltägliche Lärmquelle, erzeugt vor allem tiefe Frequenzen. Jeder kennt die Motorengeräusche von LKWs, Bussen, Motorrädern und Autos. Insbesondere Motorradfahrer setzen sich bei hoher Geschwindigkeit und viel Wind einer großen Lautstärke aus.

Leiser geht es in der Nacht zu. Doch auch hier zählt die Lärmbegrenzung. Beim Schnarchen kann ein Schallpegel bis zu 85 dB erreicht werden (s. Abb.). Für einen ungestörten Schlaf können Ohrstöpsel Abhilfe schaffen, die in erster Linie bequem sein müssen.

Für seltene Verwendungen reicht meistens ein serieller Gehörschutz aus. Allerdings ist hierbei der Tragekomfort eingeschränkt und es kann zu einer verminderten Dämmwirkung aufgrund der vorgegebenen Passform oder durch falsches Einsetzen kommen.

Für die regelmäßige Anwendung mit hohem Tragekomfort ist daher eine individuelle Anfertigung des Gehörschutzes zu empfehlen. Unter Berücksichtigung des Gehörgangs sowie der Ohrmuschel kann der Gehörschutz für den speziellen Gebrauch angefertigt werdenn. Er dichtet den Gehörgang optimal ab und ist zugleich angenehm zu tragen. Durch den Einsatz verschiedener Filtersysteme kann trotz der hohen Dämmkraft die Sprache weiterhin verstanden werden. Diese Ohrpassstücke werden vom Hörgeräteakustiker maßangefertigt. Daher: Lassen Sie sich individuell beraten!

 

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