Artikel erschienen am 08.01.2025
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Entzündungen der Wirbelsäule

Eine seltene Erkrankung mit oft unspezifischen Symptomen

Von Daniel Kümpfel, Braunschweig
Daniel Kümpfel
Daniel Kümpfel
Oberarzt der Orthopädischen Klinik und Leiter der Sektion Wirbelsäulenorthopädie

Foto: Adobe Stock / Emanuel

Infektionsrouten und Erregerspektrum

Haut-, Weichteil- oder Knochenentzündungen sowie auch andere Entzündungen – wie z.B. ein Harnwegsinfekt – können Ausgangspunkt einer Spondylodiszitis sein. Operative Eingriffe, nicht nur an der Wirbelsäule, stellen Eintrittspforten für Keime dar. Nicht selten sind jedoch vorangegangene Infekte oder OPs beim Patienten nicht zu erfragen, sodass eine Keimverschleppung über das Blut bei Bagatellverletzungen in Frage kommt. Häufigster Erreger einer Spondylodiszitis ist der Hautkeim Staphylococcus aureus.

Unspezifische Symptome häufig

Die Symptome der Spondylodiszitis sind oft unspezifisch und unterscheiden sich vorerst kaum von der „Volkskrankheit“ Rückenschmerz. Auch der zeitliche Abstand von Infektions- bis zu Symptombeginn kann Wochen und Monate betragen. Typisch sind lokale Beschwerden über dem betroffenen Wirbelsäulenabschnitt, Verstärkung unter Belastung oder oft auch nächtlicher Ruheschmerz. Fieber- und Abgeschlagenheit können hinzukommen, Laboruntersuchungen des Blutes können ggf. normal ausfallen, sodass die Diagnosestellung oft verzögert ist.

Therapie

Dramatische Verläufe mit Blutvergiftung, Eiteransammlungen um die Wirbelsäule oder im Wirbelkanal mit Quetschung von Rückenmark oder Nerven mit Lähmungen sind möglich, ebenso Knochenzerstörung mit folgender Fehlstellung der Wirbelsäule, weswegen in vorgenannten Fällen eine Operation unumgänglich ist. Es ist dann eine Entzündungsausräumung und Stabilisierung des Wirbelsäulenabschnitts geboten – begleitet von einer hochdosierten antibiotischen Therapie, die für Wochen bis zu mehreren Monaten fortgeführt wird. Trotz moderner Diagnose- und Therapieverfahren liegt die Sterblichkeit bei Spondylodiszitis bei ca.15-20%.

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