Artikel erschienen am 09.01.2025
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Ich brauche ein künstliches Kniegelenk:

Welches ist die richtige Prothese für mich?

Von Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig
Karl-Dieter Heller
Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller
Chefarzt der Orthopädischen Klinik, Leiter des Endoprothetik-Zentrums

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Die gängigsten Modelle sind der totale Kniegelenkersatz im Sinne des sogenannten bikondylären Oberflächenersatzes (Abb. 1) und die Teil- oder Schlittenprothese (Abb. 2). Die Prothesen unterscheiden sich klar in der Größe des Zuganges. Die Schlittenprothese hat den deutlich kleineren Zugang und ist damit minimalinvasiv und schonender einzubauen. Die Erholung nach der Schlittenprothese ist deutlich schneller. Das optimale Ergebnis nach einem endoprothetischen Eingriff am Knie ist nach etwa einem halben Jahr zu erwarten, bis dahin wird es immer wieder leichte Beschwerden und Schwellungen geben können.

Die Überlegung, welches Implantat infrage kommt, sollte bereits im Rahmen der Erstvorstellung in der Klinik erfolgen. Wesentlicher Parameter für die Schlittenprothese, die man sowohl innenseitig als auch außenseitig einbauen kann – im Verhältnis 9 zu 1 im Sinne der innenseitigen Prothese – ist der Erhalt der Gelenkstrukturen im Bereich des restlichen Kniegelenkes. Liegen in allen Bereichen des Kniegelenkes deutliche Veränderungen vor, so sollte die Schlittenprothese nicht zur Anwendung kommen und es muss ein Oberflächenersatz, also ein komplettes Knie eingebaut werden. Ähnliches betrifft die Stabilität des Kniegelenkes. Liegt eine vordere Kreuzbandschädigung vor, so ist von der Schlittenprothese ebenfalls eher abzusehen.

Foto: Stiftung Herzogin Elisabeth Hospital

Abbildung 1: Bikondylärer Oberflächenersatz
(totales Knie)

Die Untersuchung muss im Vorfeld sehr sorgfältig durchgeführt werden, um eine klare Indikationsstellung durchführen zu können. Diese kann ggf. auch auf den Zeitpunkt der Operation verschoben werden, sodass der Patient dem Operateur die Freiheit gibt, zum Beispiel im Rahmen des kleinen innenseitigen Zuganges oder im Rahmen einer Arthroskopie die anderen Gelenkstrukturen zu beurteilen und dann die Indikation zu treffen. Die Schlittenprothese erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Im Deutschen Endoprothesenregister sind mittlerweile 13% aller eingebauten Knieprothesen Teilprothesen. In einzelnen Kliniken liegt diese Rate mit bis zu 50% deutlich höher. Eine Klinik, die Knieendoprothesen implantiert, sollte alle Prothesenmodelle, auch gekoppelte Implantate, für den Fall gröberer Schädigungen der Knochen oder der Bandstrukturen vorhalten, um dann in der Operation entscheiden zu können, welche Variante gewählt werden sollte.

Foto: Stiftung Herzogin Elisabeth Hospital

Abbildung 2: Unikondylärer Oberflächenersatz
(Schlittenprothese)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für die bzgl. der Rekonvaleszenz schnellere Teilprothese, ob medial oder lateral, klare Grenzen gibt. Die Grenzen liegen im Arthrosestadium der anderen Gelenkanteile und in der Bandführung des Gelenkes. Die Standzeit sämtlicher Schlittenprothesen ist etwas niedriger als die des bikondylären Oberflächenersatzes, insbesondere bei Fortschreiten der Arthrose in den anderen Gelenkabschnitten, sprich für den medialen Schlitten außen und hinter der Kniescheibe.

 

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