Artikel erschienen am 18.02.2026
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Gleitsichtbrille? Oder doch die Arbeitsplatzbrille?

Von Steffi von Siegroth, Braunschweig
Steffi von Siegroth
Steffi von Siegroth
Hörakustikmeisterin

Die Gleitsichtbrille ist ein Allrounder mit Kompromissen

Die Gleitsichtbrille ist für viele presbyope Kunden die erste Wahl, da sie ein stufenloses Sehen von der Ferne bis in die Nähe ermöglicht. Ihr großer Vorteil liegt in der universellen Einsetzbarkeit: Autofahren, Gehen, Lesen und kurze Bildschirmarbeiten lassen sich mit nur einer Brille abdecken.

Am Arbeitsplatz stößt die Gleitsichtbrille jedoch häufig an ihre Grenzen. Der für den Nahbereich nutzbare Sehkanal ist konstruktionsbedingt relativ schmal, insbesondere bei Standard- oder klassischen Gleitsichtdesigns. Um den Bildschirm scharf zu sehen, muss der Träger den Kopf häufig nach hinten neigen, was langfristig zu Nacken- und Schulterverspannungen führen kann. Hinzu kommt, dass moderne Arbeitsplätze selten nur aus einem festen Sehabstand bestehen. Mehrere Monitore, Dokumente auf dem Schreibtisch oder wechselnde Blickrichtungen erschweren eine entspannte Nutzung der Gleitsichtbrille über längere Zeiträume.

Eine Arbeitsplatzbrille optimiert die Nah- und Zwischensehbereiche

Arbeitsplatzbrillen – auch Bildschirm- oder Raumkomfortbrillen – sind speziell für definierte Sehentfernungen im Nah- und Zwischenbereich konzipiert. Je nach Ausführung decken sie Entfernungen von etwa 40 cm bis zu 2–4 Metern ab, in erweiterten Varianten auch darüber hinaus. Der entscheidende Vorteil liegt in den deutlich größeren Sehfeldern für Bildschirm und Arbeitsfläche. Texte, Monitore und Gesprächspartner im Büro lassen sich ohne Zwangshaltungen klar und entspannt erfassen. Die natürliche Kopf- und Körperhaltung bleibt erhalten, was aus ergonomischer Sicht einen klaren Mehrwert darstellt. Daher ist die Arbeitsplatzbrille keine universelle Lösung. Für Tätigkeiten in der Ferne – etwa Autofahren oder Gehen im Außenbereich – ist sie nicht erlaubt bzw. geeignet. Sie versteht sich daher nicht als Ersatz, sondern als funktionale Ergänzung zur Gleitsichtbrille.

Beratungskompetenz ist der Schlüssel

In der Praxis zeigt sich, dass viele Kunden den Unterschied zwischen Gleitsicht- und Arbeitsplatzbrille zunächst nicht kennen oder unterschätzen. Eine erfolgreiche Beratung basiert daher weniger auf Technik als auf Verständnis für Sehgewohnheiten und Belastungen. Es ist wichtig herauszufiltern, welchen Herausforderungen zu meistern sind: Welche Position haben die Bildschirme? Arbeitet man mehr am Laptop, am Monitor oder doch mehr mit Dokumenten? Wie sind die Lichtverhältnisse? Wie lange arbeitet man täglich in welchen Bereichen? Es ist auch notwendig, mögliche Beschwerden gezielt anzusprechen: Kopfschmerzen am Nachmittag? Verspannte Nackenmuskulatur? Schnelle Ermüdung der Augen?

Die Frage „Arbeitsplatzbrille oder Gleitsichtbrille?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Während die Gleitsichtbrille als Allroundlösung ihre Berechtigung hat, bietet die Arbeitsplatzbrille bei intensiver Nah- und Bildschirmarbeit deutliche Vorteile in Bezug auf Sehkomfort, Ergonomie und Leistungsfähigkeit. Ein Optiker oder Optometristen wird eine qualifizierte Bedarfsanalyse unddie individuellen Anforderungen erarbeiten und die optimale Lösung finden!

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