Artikel erschienen am 25.01.2016
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Portrait: Arbeitgeberverband Region Braunschweig e. V.

Dynamischer Dienstleister für die Wirtschaft

Von Manfred Casper, Braunschweig

1949 gegründet als Allgemeiner Arbeitgeberverband Braunschweig e.V. (AGV), war der AGV neben den Wirtschaftskammern immer relevanter Partner der Wirtschaft. Dennoch stellte sich nach der Grenzöffnung die Frage nach der Zukunftsfähigkeit.

Ein strategisches Konzept verordnete dem AGV Fähigkeiten:

  • sukzessives Wachstum,
  • eine Erweiterung der Angebote für Mitglieder,
  • die Rolle eines zentralen Ansprechpartners in arbeits- und sozialrechtlichen und -politischen Fragen zu wirken,
  • die Erhöhung der Identifikation seiner Mitglieder mit dem AGV und
  • die Öffnung zu strategischen Partnern.

Die Gründung der Gemeinschaft für Unternehmensentwicklung (GfU) 1992 war ein erstes neues Angebot der Vernetzung. Gemeinsam mit Konzernbetrieben und der TU Braunschweig als Partner entwickelte die GfU Angebote für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU). „Gemeinsam Probleme lösen“, „Große Betriebe helfen kleinen Firmen“ oder „Bündeln der Kompetenzen an Management-Wissen“ titelten die Gazetten.

Der AGV unterstützte 1993 die Gründung der WelfenAkademie, die ihren Sitz zunächst in Vienenburg hatte, und initiierte den Umzug 2006 nach Braunschweig. In wirtschaftlich schwieriger Zeit nach dem Umzug half der AGV, die WelfenAkademie als soliden Partner akademischer Ausbildung zu etablieren.

Ab Mai 2000 bot der AGV das neue Geschäftsfeld Weiterbildung, Personalentwicklung und Förderberatung an. Hier wurden auch die Themen Berufsorientierung, Schule – Wirtschaft und Ausbildung angesiedelt.

Als Mitglied im Lenkungskreis baute der AGV die Projekt Region Braunschweig GmbH mit auf und ist heute Mitgesellschafter bei der weiterentwickelten Allianz für die Region GmbH. In diesem Zusammenhang änderte der AGV 2003 deren Namen. Seit 2005 wurden vom AGV ca. 600 000 Euro in diese Regionalentwicklungsgesellschaften investiert.

Als Alleinstellungsmerkmal der Wirtschaftsregion dient die KIM Kooperationsinitiative Maschinenbau Braunschweig. Ein Zusammenschluss von 29 Unternehmen, der TU Braunschweig, der FH Ostfalia und des AGV gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall garantiert mehr Wettbewerbsfähigkeit. In den Betrieben arbeiten ca. 6 000 Menschen, die Umsatzsumme aller KIM-Betriebe liegt bei ca. 1,2 Mrd. Euro. Die KIM kann insofern als Nachfolger der GfU gesehen werden.

Im Juni 2007 erfolgte ein Umzug des AGV mit allen Partnerverbänden und Instituten an den Wilhelmitorwall 32 in Braunschweig. In repräsentativem Ambiente entwickelt der AGV seitdem sein Angebot weiter und so kam neben der Mitgesellschafterrolle im Haus der Wissenschaft der Aufbau einer überbetrieblichen Kita Kinderwerk GmbH hinzu. Auf dem Gelände der BMA AG, die den Aufbau maßgeblich unterstützte, werden derzeit 78 Kinder betreut. Kunden sind Betriebe, die ihren jungen Eltern Möglichkeiten zum schnellen Wiedereinstieg nach der Babypause anbieten wollen.

Schließlich entwickelte der AGV neue Veranstaltungsformate wie z. B. das AGV-Dialogforum. Hierbei handelt es sich um moderierte Diskussionsrunden zu aktuellen Themen wie z. B. „Internetkriminalität“, „Erfolg hat eine Geschichte“, „Handeln in Extremsituationen“ oder „Der Weg zum Erfolg“. Auch der jährliche AGV-Unternehmertag jeweils im November ist zu einer festen Größe im AGV-Veranstaltungskalender geworden. Neue Arbeitskreise und moderierte Expertenrunden kamen ebenso hinzu.

Heute hat der AGV ca. 1 000 Mitglieder und ein Jahresbudget von ca. 1 Mio. Euro. Der AGV versteht sich heute immer als:

  • kundenorientierter Dienstleister,
  • Vertreter der Arbeitgeberinteressen in sozialpolitischen Fragen,
  • relevanter Netzwerkpartner der Region,
  • regionale Integrationskraft,
  • Kompetenzträger im Arbeits- und Sozialrecht sowie in Weiterbildung, Personalentwicklung und Förderfragen.

Fazit

Im Frühjahr 2016 wird es altersbedingt einen Wechsel in der Hauptgeschäftsführung des AGV geben. Manfred Casper, Hauptgeschäftsführer seit Februar 1992, wird den Staffelstab an Florian Bernschneider übergeben. Mit neuem Schwung wird sich der AGV auch intern weiter modernisieren und als verlässlicher Partner der Wirtschaft zur Verfügung stehen.

Foto: Panthermedia/Volodymyr Melnyk

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