Artikel erschienen am 26.08.2019
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Arthrose – was nun?

Von Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller, Braunschweig

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Arthrose. Allerdings sinkt mit zunehmendem Alter aber auch die Bereitschaft der Betroffenen, aktiv dagegen vorzugehen.

Im Vordergrund steht bei jeglicher Form der Arthrose zunächst die nicht operative, sondern die konservative Therapie – bestehend aus Krankengymnastik, Medikamenteneinnahme und/oder Spritzenbehandlung. Fruchtet dies nicht und liegt im Röntgenbild eine schwere Arthrose mit hohem Leidensdruck des Patienten vor, so muss im individuellen Fall entschieden werden, ob eine operative Maßnahme zielführend ist oder nicht? Das bloße Alter spielt bei dieser Entscheidung nahezu keine Rolle. Der betagte Patient, der über 80-Jährige, ist definitiv auf seine Bewegungskompetenz angewiesen: Bewegung erhält die Muskulatur und macht fit und geistig gesund. Ist eine solche Bewegung nicht mehr möglich, so kommt es zu einem kontinuierlichen Muskelabbau mit der üblichen Problematik – bis hin zum Sturz. Der betagte Patient, der nicht mehr gehfähig ist, altert schneller und stirbt mit hoher Wahrscheinlichkeit früher als wenn er aktiv geblieben wäre.

Das jeweilige Vorgehen ist bei schwerer Arthrose immer individuell mit dem Patienten zu besprechen. Ein Patient, der ,,nur“ alt aber nicht krank ist, ist auch operabel und kann mit einer geeigneten Maßnahme, üblicherweise mit einer Endoprothese meist von Hüfte und Knie, gut therapiert werden. Die Verankerung dieser Implantate ist auch beim betagten Menschen sicher möglich. Wesentlich ist, dass keine Erkrankungen vorliegen, die die Narkosefähigkeit beeinträchtigen. Ist ein betagter Patient schwer krank, so wird man bei nicht vorliegender Narkosefähigkeit eine geplante Operation natürlich nicht durchführen. Ist der betagte Patient jedoch sonst körperlich gesund, so scheint die Implantation einer Prothese auch in dieser Altersklasse klar vertretbar.

Bild: Fotolia/Photographee.eu

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