Artikel erschienen am 01.05.2012
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Das Zahnimplantat, eine echte Alternative!

Von Holger Schäfer, Braunschweig

Das Implantat in der Zahnheilkunde hat längst einen festen Platz bei der Versorgung breiter Bevölkerungsschichten eingenommen. Es stellt in vielen Fällen eine Erweiterung der Versorgungsmöglichkeiten dar. Dieses bedeutet häufig eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität, z. B. durch das Vermeiden einer herausnehmbaren Zahnprothese.

Auch wenn es leider noch immer einige Patienten gibt, bei denen der Einsatz von Implantaten aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, steht diese Versorgungsform doch der überwiegenden Zahl der Patienten zur Verfügung. Hier ist das Gespräch mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt der Beginn einer möglichen Versorgung.

Aber was sind eigentlich Implantate?
Im Grunde sind es künstliche Zahnwurzeln. Sie sind in ihrer Form sogar einer Zahnwurzel sehr ähnlich und haben zum Einschrauben in den Knochen ein Gewinde. Daher kam sicherlich auch einmal der Ausdruck „Schraub­implantat“. Als Material für ein solches Implantat wird in den meisten Fällen Titan verwendet, da dieser Werkstoff die Eigenschaft hat, fest in den Knochen einzuwachsen.

Ist dieser Einwachsprozess abgeschlossen – man spricht von der Osseointegration – kann das Implantat belastet werden.

Und in welchen Situationen können Implantate eingesetzt werden?
Im Grunde immer da, wo ein natürlicher Zahn verloren gegangen ist. Alle nur denkbaren Situationen zu beschreiben, würde an dieser Stelle deutlich zu weit führen und auch zur Verwirrung beitragen. Die nachstehenden Beispiele sollen nur einen groben Überblick geben und als Anregung verstanden werden. In jedem Fall – auch Ihrem speziellen Fall – muss das Beratungsgespräch mit Ihrem Zahnarzt am Anfang einer Versorgung stehen.

Aber jetzt einige Beispiele, die Ihnen die Vielseitigkeit der möglichen Implantatversorgungen einmal aufzeigen sollen.

Beispiel 1: Der Verlust eines einzelnen Zahns

Ohne Implantat werden die beiden neben­stehenden Zähne beschliffen, also durch das Abschleifen räumlich so weit verkleinert, dass eine Zahnkrone darauf Platz hat. Zwischen den beiden Zahn­kronen befindet sich ein Brücken­glied, das den fehlenden Zahn und die beiden Kronen mitein­ander verbindet.

Der Nachteil dieser Methode ist das Be­schleifen der Nachbar­zähne. Wenn diese Zähne bereits Kronen tragen oder große Füll­ungen haben – kein Problem. Aber wenn die Zähne noch völlig gesund sind, bedeutet das Abschleifen einen großen Substanz­verlust.

Besonders bei jungen Patienten – man denke an die möglichen Sportverletzungen, z. B. durch Fahrradfahren –, bei denen es zu Zahnverlust kommen kann, ist das Abschleifen der gesunden Zähne nicht zu rechtfertigen.

Bei der Implantatlösung wird direkt auf dem Implantat eine Krone verankert und somit die Lücke geschlossen. Die benachbarten Zähne bleiben unangetastet.

Beispiel 2: Zwei oder mehrere fehlende Zähne in einer Zahnreihe

Ohne Implantat kann eine zu große Lücke in der Zahnreihe dazu führen, dass die Versorgung mit einer Brücke nicht möglich ist. Die benachbarten Zähne sind nicht in der Lage, die vielen zu ersetzenden Zähne als Brückenglieder zu tragen. Eine solche Überlastung würde zum Verlust der Pfeilerzähne (Kronen) führen. Es bliebe nur die Versorgung mit einem herausnehmbaren Zahnersatz, einer sogenannten Prothese.

Mit Implantaten würde die benötigte Brücke auf einer der Situation entsprechenden Anzahl an Implantaten befestigt und die noch vorhandenen Zähne geschont.

Beispiel 3: Der Verlust von einem oder mehreren Zähnen am Ende der Zahnreihe (Verlust der großen Backenzähne)

Ohne Implantat wäre eine sogenannte verkürzte Zahnreihe nur mit herausnehmbarem Zahnersatz zu versorgen. Dieser würde dann am Restzahnbestand verankert.

Mit Implantaten würden die fehlenden Zähne darauf befestigt und so die Zahnreihe wiederhergestellt. Eine Prothese wäre somit nicht notwendig (z. B. mit sichtbaren Klammern).

Beispiel 4: Nach dem Verlust aller Zähne in einem Kiefer

Ohne Implantate bleibt nur die Vollprothese bzw. Totalprothese. Die 14 zu ersetzenden Zähne befinden sich auf einer Kunststoffbasis, die auf dem zahnlosen Kiefer aufliegt. Durch eine exakte Passung zwischen Prothesenbasis und Kiefer sitzt diese fest auf. Je gewölbter der Kiefer ist, umso besser ist der Halt der Prothese. Besonders im Oberkiefer – durch den Gaumen – saugt sich die Prothese fest und gibt ausreichend Halt.

Im Unterkiefer ist das allerdings nicht immer der Fall und bei vielen Patienten ist der Sitz der Unterkieferprothese sehr schlecht. Das bedeutet einen großen Verlust an Lebensqualität und führt häufig auch zu einer großen Verunsicherung. Hinsichtlich des Oberkiefers wird öfter beklagt, dass die großräumige Abdeckung des Gaumens zu deutlichen Einschränkungen beim Schmecken und zu Problemen beim Sprechen führt.

Mit Implantaten haben Sie viele Möglichkeiten, um zum einen den Sitz der Prothese zu verbessern und zum anderen die räumliche Ausdehnung der Prothese zu minimieren.

Auch gibt es die Möglichkeit, bei ausreichender Implantatzahl eine Brücke zu fertigen. So hätten Sie wieder eine komplette Zahnreihe ohne herausnehmbare Prothese. Ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität.

Erfolg ist planbar!

Egal, ob ein oder mehrere Zähne verloren gegangen sind, die Implantatversorgung ist Teamwork.

An oberster Stelle stehen die Wünsche des Patienten. Sie wissen am besten, was Ihnen gefällt.

Ziel muss es sein, die Patientenwünsche und das medizinisch Mögliche in Einklang zu bringen. Um dies zu erreichen, ist eine gründliche Planung unerlässlich. Alle an der Versorgung beteiligten Personen – Chirurg, Zahnarzt und Zahntechniker – müssen auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten.

Um dieses zu erreichen, steht heute eine große Anzahl an Planungshilfen zur Verfügung. Welche davon im Einzelfall zur Anwendung kommt, ist fallabhängig.

Der erste Schritt bleibt dabei das Gespräch mit dem Zahnarzt Ihres Vertrauens!

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