Artikel erschienen am 24.05.2017
E-Paper

Büromarkt Braunschweig 2017

Die Trends: Stabilität und rückläufiger Leerstand

Von Dipl.-Ing. Stephan Lechelt, Braunschweig

Der Immobilienmarkt einer Stadt ist durch viele einzelne Teilmärkte geprägt. Neben den Wohnimmobilien steht bei Investoren insbesondere der Markt für Büroimmobilien im Fokus. Nach der ersten Erhebung im vergangenen Jahr wurde der Büromarktbericht Braunschweig fortgeschrieben, um die dynamischen Entwicklungen auf dem Büroimmobilienmarkt in der Löwenstadt abzubilden.

Der Büromarktbericht für Braunschweig fußt weiterhin auf der soliden Basis von über 1 400 Einzelobjekten und der konsequenten Datenfortschreibung innerhalb des letzten Jahres. Im Stadtgebiet von Braunschweig gibt es unverändert rund 2,1 Mio. m² Büroflächen, die zu gut 60 % von den Eigentümern selbst genutzt werden. Für den Vermietungsmarkt verbleiben rund 900 000 m². Der Leerstand wurde zum Jahresende 2016 deutlich rückläufig mit rund 55 000 m² (2015: 80 000 m²) ermittelt, was bezogen auf die Gesamtfläche einer Quote von 2,6 % entspricht. Im Jahr 2016 wurden rund 30 000 m² Bürofläche neu erstellt. Aktuell sind gut 30 000 m² im Bau.

Die durchschnittliche Bestandsmiete liegt stabil bei 7,60 Euro/m² netto kalt im Monat und basiert auf gut 140 Objekten, die etwa ein Drittel des Vermietungsmarktes widerspiegeln. Die meisten Mieten liegen zwischen 5,40 Euro/m² und 10,40 Euro/m². Bei den Neuvermietungen betrug die Durchschnittsmiete 8,75 Euro/m², 15 % über dem allgemeinen Mietniveau. Beim Umsatz konnten analog zum Vorjahr 30 000 m² sicher ermittelt werden.

Der Investmentumsatz betrug 2016 nur noch rund 30 Mio. Euro, ein Rückgang von 70 % gegenüber 2015. Es wurden 7 Objekte mit einer Fläche von 28 000 m² veräußert, was zu einem mittleren Kaufpreis von rund 1 100 Euro/m² führte. Die Renditen (Jahresmiete/Kaufpreis) lagen bei 6 Objekten zwischen 7,6 % und 11,2 %. Im Durchschnitt wurde das 11,2-fache der Jahresmiete gezahlt, exakt wie im Vorjahr.

Fazit

Der Büromarkt in Braunschweig hat sich 2016 insgesamt sehr stabil präsentiert.

Aufgrund der moderaten Neubautätigkeit und ausgehend von einer weiter vorhandenen Nachfrage wird weiterhin von einer stabilen Entwicklung auf dem Braunschweiger Büroimmobilienmarkt ausgegangen. Eine signifikante Steigerung der Nachfrage könnte im Zuge des Zukunftspakts von Volkswagen entstehen. Unter Berücksichtigung der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage besteht unverändert das latente Risiko einer Abschwächung der Büroflächennachfrage, die sich aber eher mittelfristig auf den Vermietungsmarkt auswirken würde.

Der Büromarktbericht kann kostenlos beim Autor angefordert werden oder steht unter www.immobilien-regioker.de zum Download zur Verfügung.

Bild: Fotolia/arsdigital

Ähnliche Artikel

Immobilien

Büromarkt Braunschweig 2018

Die Trends – steigende Mieten, rückläufiger Leerstand und pralle Pipeline

Entwicklungen am Immobilienmarkt können nur dargestellt werden, wenn die notwendigen Datenerhebungen und Auswertungen kontinuierlich durchgeführt werden. Für den Büromarkt in Braunschweig wurde im dritten Jahr in Folge der Büromarktbericht fortgeschrieben, um die weiterhin dynamischen Entwicklungen auf dem Büroimmobilienmarkt in der Löwenstadt abzubilden.

Braunschweig/Wolfsburg 2018 | Dipl.-Ing. Stephan Lechelt, Braunschweig

Immobilien

Die Bewertung von gewerblichen Immobilien

Kein Steinezählen, sondern Analyse wirtschaftlicher Objektdaten und Marktbedingungen

Der Wert von gewerblich genutzten Immobilien ist nicht ausschließlich von ihrer Architektur und ihren Baumaterialien abhängig. Vielmehr resultieren die Immobilienwerte auf der einen Seite aus der Bereitschaft von potenziellen Mietern, für die Nutzung des jeweiligen Objekts einen Mietzins zu entrichten, und auf der anderen Seite aus der Nachfrage von Investoren nach entsprechenden Objekten, um ihr Kapital gewinnbringend anzulegen.

Braunschweig 2016 | Dipl.-Ing. Stephan Lechelt, Braunschweig