Artikel erschienen am 03.10.2016
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Der Hybridoperationssaal kommt

Was bringt er für die aktuelle gefäßmedizinsche Therapie der Gefäßchirurgie?

Von PD Dr. med. Tomislav Stojanovic, Wolfsburg

Ab September 2016 wird in der Region Wolfsburg der hochmoderne Hybridoperationssaal in Betrieb genommen, in dem gefäßchirurgische Standardoperationen und komplexe gefäßchirurgische Operationen durchgeführt werden.

Was ist ein Hybridoperationssaal?

Der Hybridoperationssaal beinhaltet einen Standardoperationssaal, in dem sämtliche offen chirurgische Operationen durchgeführt werden können, ergänzt um eine stationäre, hochleistungsfähige Röntgeneinheit. Somit sind unter den sterilen Bedingungen eines Operationssaales minimalinvasive Eingriffe am Gefäßsystem mit Kathetern, Ballons, Stents und endovaskulären Gefäßprothesen möglich. Die bisher guten Bedingungen werden auf ein noch besseres Niveau gehoben, sodass der Hybridoperationssaal der neue Standard der Zukunft sein wird. Der Trend zu minimalinvasiven endovaskulären Verfahren in der Behandlung der Arteriosklerose (Schaufenstererkrankung), der Erweiterung der Körperschlagader (Aneurysma der Brust- und Bauchschlagader) ist nach wie vor ungebrochen.

Wie verbessert das die gefäßchirurgische Therapie?

Die Vorteile dieses Verfahrens liegen in der geringen Belastung und, bedingt durch die technische Weiterentwicklung, einer Vielzahl von neuen Methoden in der Behandlung von Einengungen und Verschlüssen in den Körperschlagadern, aber auch in der Behandlung mit komplexen Stent-Verfahren bei Erweiterungen der Bauch- und Brustschlagader (Aortenaneurysma). Neue Methoden setzen eine sehr gute Bildgebung voraus, die durch Einsatz von Röntgengeräten im Operationssaal bereits jetzt erfüllt wird. Stationäre Röntgeneinrichtungen im Operationssaal sind hier von zunehmender Bedeutung, da sie eine noch bessere Bildqualität liefern und einige Operationen erst unter Zuhilfenahme solcher stationären Geräte möglich werden. Somit wird es zukünftig möglich sein, nicht nur die bisher durchgeführten Standardeingriffe unter noch besseren Bedingungen durchzuführen, sondern auch komplexere endovaskuläre Verfahren anbieten zu können.

Eine Ausnahme von oben Gesagtem bildet die Behandlung von Einengungen der Halsschlagader (Carotisstenose). Hier ist nach wie vor, gestützt durch nationale und internationale Leitlinien, die offene Operation der Goldstandard. Minimal- invasive Verfahren zur Behandlung der Kampfader­erkrankung gewinnen ebenfalls zunehmend an Bedeutung. Hierbei ist jedoch die Bildgebung mittels hochauflösendem Ultraschall während der Operation die Methode der Wahl.

Bild: Siemens Health Care GmbH

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