Artikel erschienen am 07.08.2023
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Neue Trends in der Adipositaschirurgie

Magenverkleinerung nach wie vor einzige erfolgversprechende Therapie bei BMI über 35 kg/m²

Von Dr. med. Hinrich Köhler, Braunschweig

Weltweit haben sich der Magenbypass und der Schlauchmagen als häufigste Operationen etabliert. Sie bilden den besten Kompromiss aus Risiko der Operation gegenüber Risiko der Adipositas. Beide Operationen bewirken nachweislich eine statistische Lebensverlängerung und Steigerung der Lebensqualität.

Magenbypass

Der Magenbypass wird seit den 1960er-Jahren angewendet. Bei dieser OP wird nichts entfernt, nur umgeleitet. Daher ist die OP auch voll reversibel. Ein Rückbau wird allerdings nur in ganz wenigen Ausnahmen durchgeführt. Es wird am Mageneingang ein kleiner Teil des Magens vom Restmagen abgetrennt und direkt mit dem mittleren Teil des Dünndarms verbunden. Der größte Teil des Magens und der erste Teil des Dünndarms werden umgangen. So wird einerseits die Menge der Nahrungsaufnahme reduziert und zusätzlich kommt es zu einer Mangelverdauung. Bereits nach einer kleinen Mahlzeit tritt ein ausgeprägtes Sättigungsgefühl ein.

Schlauchmagen

Die Schlauchmagenbildung ist in den letzten Jahren immer häufiger geworden. Sie ist operativ etwas leichter durchzuführen. Hierbei werden 80 bis 90 % des Magens dauerhaft entfernt, es bleibt nur ein schmaler Schlauch direkt von der Speiseröhre zum Zwölffingerdarm. Auch hierbei kommt es zu einer drastischen Gewichtsreduktion. Der Gewichtsverlust erscheint bei dieser Operation fast genauso effektiv, aber nicht ganz so nachhaltig wie nach Magenbypass.

Durchschnittlich ist in den ersten zwei Jahren mit einem Gewichtsverlust von 60 bis 70 % des Übergewichts nach allen OPs zu rechnen. Danach stabilisiert sich das Gewicht. In den weiteren Jahren kann es zu einem leichten Wiederansteigen des Gewichts kommen. Das ist normal und Ausdruck der großen Adaptationsmöglichkeit des menschlichen Körpers.

Alle OPs werden minimalinvasiv per Bauchspiegelung durchgeführt, ein großer Bauchschnitt ist fast nie erforderlich. Eine OP dauert 30 Minuten bis 1,5 Stunden. Der Krankenhausaufenthalt umfasst meist drei bis vier Tage, die Arbeitsunfähigkeit sollte nur ein bis zwei Wochen dauern.

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