Artikel erschienen am 01.06.2011
E-Paper

Ein Zuhause vor der letzten großen Reise

Von Lars Pallinger | Andrea Naumann, Braunschweig

Seit vier Jahren bietet das Hospiz Am Hohen Tore in Braunschweig einen Ort, an dem Menschen ihre letzte Lebensphase wie zu Hause verbringen können und gleichzeitig professionell umsorgt werden. Schon die äußere Anmutung des klassisch-modernen Gebäudes, gelegen auf einem parkähnlichen Grundstück mitten in der Stadt, erinnert an eine großzügige Villa oder ein kleines Hotel. „Hospiz“ steht in der Ursprungsbedeutung für eine Herberge. Dieses Verständnis von Gastlichkeit und Geborgenheit steht im Mittelpunkt der Arbeit des Hospizes, wo demgemäß von „Gästen“ und nicht von „Patienten“ gesprochen wird.

Ein Team von haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden sorgt für eine professionelle Pflege nach neuesten palliativmedizinischen und pflegerischen Erkenntnissen und ist bemüht, alle am Lebensende auftretenden Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Diese sind so vielfältig wie die Gäste selbst und zeigen, dass dem Leben zwar eine begrenzte Stundenzahl gegeben ist, diese aber bis zum Schluss mit Leben gefüllt werden kann: Geburtstagsfeiern, silberne oder goldene Hochzeiten, Taufen und ähnliche Familienfeste sind keine Seltenheit. Auch Angehörige und Freunde, die auf Wunsch direkt im Zimmer oder in einem Gästezimmer übernachten können, sind stets willkommen und können sich ebenfalls wie zu Hause fühlen. Speziell für die spirituellen und seelsorgerlichen Bedürfnisse begleitet eine Gruppe von Pastoren das Hospiz in Form regelmäßiger Präsenz. Regelmäßig finden zudem Gedenkgottesdienste im Raum der Stille statt.

Das Hospiz Am Hohen Tore ist eine Einrichtung mit familiärem Charakter. Insgesamt können zwölf Gäste aufgenommen werden. Voraussetzung ist eine vom Arzt festgestellte unheilbare Krankheit mit einer auf wenige Wochen oder Monate begrenzten Lebenserwartung. Ist dies per Verordnung bestätigt, erfolgt die Aufnahme im Hospiz. Die Kosten werden vollständig von den Kranken- und Pflegekassen getragen. Ebenso wenig spielen Alter, Geschlecht und Konfession bei der Aufnahme eine Rolle.

Das Hospiz Am Hohen Tore wurde von der Richard Borek Stiftung gebaut. Träger ist die Hospiz Braunschweig gGmbH, Gesellschafter sind die Hospizarbeit Braunschweig e. V. als Verein der ambulanten Hospizarbeit und das Diakonische Werk Braunschweig. Sowohl die ambulante als auch stationäre Hospizarbeit sind dauerhaft auf Unterstützung angewiesen. Beispielsweise müssen im Hospiz jährlich 10 % der Betriebskosten über Spenden und Drittmittel aufgebracht werden.

Aus diesem Grund wurde 2005 die Hospiz Stiftung für Braunschweig gegründet. Sie verfolgt das Ziel, einen Kapitalstock aufzubauen, der langfristig aus seinen Zinserträgen die benötigte Unterstützung, die stationäre als auch die ambulante Hospizarbeit in Braunschweig sicherstellen kann. Sie ist eine selbstständige, rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Mit einer Spende oder Zustiftung an die Hospiz Stiftung für Braunschweig wird also dazu beigetragen, die Existenz der Hospizarbeit in Braunschweig langfristig zu sichern sowie deren Fortentwicklung zum Wohl der begleiteten Menschen zu fördern.

Aktuelle Förderprojekte der Hospiz Stiftung für Braunschweig in diesem Jahr sind z. B. eine Pergola für die Terrasse des Hospizes und ein Pavillon für den Garten.

Die Hospiz Stiftung für Braunschweig ist für jede Unterstützung dankbar und berät Sie gern, ob eine Spende oder Zustiftung für Sie attraktiver ist.

Hospiz Stiftung für Braunschweig,
Kto. 199 944 877, Braunschweigische Landesssparkasse (BLZ 250 500 00)

Ähnliche Artikel

Stiftungen

Fundraising

Mittelbeschaffung in der gemeinnützigen Stiftung

Die Rechtsform der gemeinnützigen Stiftung ist in den vergangenen Jahren in Deutschland immer attraktiver geworden. Verstärkt wurde dieser „Boom“ 2007 durch das Gesetz zur weiteren Stärkung des Bürgerschaftlichen Engagements, das zu erheblichen Steuervorteilen bei Gründung und Entwicklung einer gemeinnützigen Stiftung führt.

Braunschweig 2011 | Dipl.-Volkswirtin Iris Kirsten, Braunschweig

Stiftungen

Über das Gute (angemessen) sprechen

Die passende Kommunikationsstrategie für Stiftungen

„Man kann nicht nicht kommunizieren!“ Diesen klugen Satz des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick haben wir alle schon einmal gehört und er trifft nach wie vor auch für Stiftungen zu. Stiftungen jeder Größe tun gut daran, sich strategisch über die Art ihrer Kommunikation Gedanken zu machen und zu überlegen, welche Botschaften sie aktiv oder passiv senden wollen.

Braunschweig 2016–2018 | Friedemann Schnur, Braunschweig